FDP Pinneberg

Liberaler Frühschoppen 2017 - Einführungsveranstaltung zur Landtagswahl am 7.5.2017

Zur Familie: Frau Klahn entwarf ein modernes Familienbild, das die steigende Zahl unterschiedlicher Modelle wie Patchworkfamilien, gleichgeschlechtliche Partnerschaften oder Alleinerziehende in Betracht zieht. Der Staat müsse sichere Rahmenbedingungen ermöglichen und die Wahlfreiheit und Entfaltungsmöglichkeiten fördern.

Zur Kita: Hier könne sie sich vorstellen, den Elternbeitrag zu deckeln, z. B. auf maximal 200 Euro für den U3 und 150 Euro für den Ü3-Bereich. Der Vorteil: Es entfalle die schwierige Diskussion zur Transparenz der Betriebskosten, die abhängig vom Wohnort und individuellen Wohnraumkosten und von unterschiedlichen Personalkonstellationen sind. Preissteigerungen gingen nicht zu Lasten der Eltern. Das Ganze könne nur in Kooperation mit den Kommunen gelingen. Es könne nicht angehen, dass die Lasten bei den Kommunen hängen bleiben.

Zur Grundschule:
- Die Einschulung eines Kindes müsse von dessen Entwicklungsstand abhängen und dürfe nicht so starr mit sechs Jahren vorgenommen werden. Der Versuch, durch jahrgangsübergreifendes Lernen etwas zu kitten, sei nicht gelungen.
- Zensurengebung ab der 3. Klasse als Orientierungsmöglichkeit, denn Eltern und Schüler wollen wissen, wo sie stehen: In einem reinen Berichtszeugnis gebe es wie in einem Baukastensystem immer die gleichen begrifflichen Versatzstücke.
- Ein weiterer wichtiger Schritt sei die Wiedereinführung der Schulübergangsempfehlung als Entscheidungshilfe für Eltern und Schüler. Eine falsche Wahl führe zu Enttäuschungen und Frustrationen bei Schülern. Das deutsche Bildungssystem eröffne auch Spätentwicklern Chancen zur Weiterbildung. Nicht jeder könne das Abitur bestehen, wäre aber vielleicht ein guter Handwerker. In diesem Zusammenhang sprach sich Frau Klahn dafür aus, das duale System zu stärken.

Zur Schule im Allgemeinen
– Die Schule müsse gestärkt werden durch gute Ausrüstung (z.B. moderne Medien), durch instand gehaltene Gebäude, verlässlichen Unterricht.
– Die Besten müssten für den Lehrerberuf gewonnen werden. Eine gleiche Bezahlung für alle Schularten sei dafür eine Voraussetzung.
– Die FDP wolle das sogenannte Y-Modell, also dass Gymnasien wieder selbst entscheiden können, ob sie den acht- oder neunjährigen Bildungsgang haben wollen.
– Besonders Schleswig-Holstein befinde sich im gesamten mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich in einer Abwärtsspirale. Durch eine Nivellierung des Niveaus, Fachlehrermangel und dem daraus resultierenden fachfremden Unterricht leide das Wissen der Schülerinnen und Schüler. Die FDP fordere daher eine umfassende MINT-Offensive und eine Abkehr von der Kompetenzorientierung. In diesem Zusammenhang muss auch das Fach ‚Naturwissenschaften’ als großes Sammelsurium wieder in die Kernfächer Chemie, Physik und Biologie aufgespalten werden. Wenn in NaWi ausschließlich Biologielehrer Unterricht erteilen, könne man nicht erwarten, dass sich ein Jugendlicher anschließend für Physik und Chemie interessiere.
– Frau Klahn möchte den Gemeinschaftsschulen die Möglichkeit geben, selbst zu entscheiden, ob sie binnendifferenzierten Unterricht und abschlussbezogene Klassen einrichten.
– Für sie sei die Idealvorstellung von einem guten Bildungssystem, dass jeder nach bestem Wissen und Gewissen die richtige Schulform für sein Kind wählen kann. Dazu gehörten auch Schulen in freier Trägerschaft.

Insgesamt lässt sich zu Frau Klahns Ausführungen sagen: Jeder Einzelne hat es in der Hand. Stärken wir den Glauben des Menschen an sich selbst, aber helfen wir ihm durch individuelle Angebote.


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